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Part 10. Книга... (ein Buch, a book...)

* * *
 
Вечером я достала книжицу, что купила за 4 франка. :-)  Было интересно, что в ней? Простое издание, чуть пожелтевшие страницы...
 
 
 
Peter Lauster

Lebenskunst

Wege zur inneren Freiheit
 
Петер Лаустер
 Искусство жизни
Пути к внутренней свободе
 
 Kann ein Mensch in einem langen Prozeß erleben, daß er nie als das Kind, das er war, sondern für seine Leistungen, Erfolge und Qualitäten «geliebt» worden ist, daß er seine Kindheit für diese «Liebe» geopfert hat, so wird ihn das zu großen inneren Erschütterungen führen, aber er wird eines Tages den Wunsch verspüren, mit dieser Werbung aufzuhören. Er wird in sich das Be­dürfnis entdecken, sein wahres Selbst zu leben und sich nicht länger Liebe verdienen zu müssen, eine Liebe, die ihn im Grunde doch mit leeren Hän­den zurückläßt, weil sie dem falschen Selbst gilt, das er aufzugeben begon­nen hat.

 Alice Miller

 
Хорошо... Идем дальше...
 
Через минуту я "приклеилась"  к этим словам. Они звучали так легко, убедительно и  просто, что сознание буквально раскрывалось навстречу им, начинало активно работать и пересматривать весь накопленный опыт в этой области: соглашаться или нет? Не соглашаться было трудно...
 
Очень жаль, что не все смогут прочесть отрывок  в оригинале. Я не люблю перевод жемчужин мысли и эстетики (это всегда порча), но в данном случае пойду на компромисс и сделаю перевод нескольких абзацев.
 
Der Mensch wird mit wenigen vorprogrammierten Instinkten in die Welt hineingeboren, mit der in der Natur höchsten Möglichkeit, sich zu entwickeln. Der Mensch kommt als ein fast leeres Gefäß zur Welt, in das nach und nach Inhalte hineingegossen werden. Diese Inhalte sind Verhaltensregeln, Normen, religiöse und moralische Erfahrun­gen, Informationen, gegeben von den verschiedenen Seiten und Interessengruppen, zuerst von den Eltern, dann von Lehrern, Lehrherren, Professoren, Freunden, von Liebes- oder Ehepart­nern, von privaten oder beruflichen Ratgebern aller Art. Das Gefäß wird voller und voller, bis es schließlich so voll erscheint, daß das Individuum es ablehnt, noch weitere Informationen auf­zunehmen und sich mit den alten Inhalten begnügt.

Im Gespräch sagte mir jemand zum Thema Partnerschaft und persönliche Freiheit: «Das Thema habe ich ausdiskutiert.» Eine weitere Bereitschaft zur Diskussion bestand nicht mehr. Die ei­gene Meinung war gefestigt, für weitere Informationen schien kein Platz mehr zu sein.

Ein anderer Gesprächspartner meinte einmal: «Ich habe keine Lust, mich über dieses Thema zu unterhalten, denn ich habe ja doch meine eigene Meinung.» Eine junge Frau erzählte mir in der Praxis, daß sie ihren Ehemann gebeten hätte, mein Buch «Die Liebe» zu lesen, worauf er ihr geantwortet hätte: «Ich habe meine eigene Auffassung von der Liebe, da brauch ich kein Buch, das interessiert mich nicht.» Das sind Beispiele dafür, daß das Bedürfnis nach weiteren Informationen mit zunehmendem Alter oft abnimmt.

Человек рождается с ограниченным количеством запрограммированных инстинктов, но с самой высокой в природе возможностью развиваться. Человек приходит почти пустым сосудом, в который постепенно вливается его содержание. Это содержание есть правила, нормы, религиозные и моральные установки, информация, получаемая от различными сторон и с разными групповыми интересами, но прежде всего от родителей, потом учителей, преподавателей, профессоров, друзей, брачных партнеров, личных или профессиональных консультантов разного рода. Сосуд наполняется больше и больше, пока, наконец, не наполнится настолько, что человек отказывается принимать новую информацию, довольствуясь уже полученным содержание.

Однажды я от кого-то услышал в разговоре на тему партнерства и личной свободы: «Я уже надискутировался на эту тему.» Желание обсуждать это далее отсутствовало совершенно. Сложившееся мнение было настолько зафиксировано, что для какой-либо новой информации не осталось ни малейшего места.

Другой собеседник однажды сказал: "Я не хочу говорить на эту тему, потому что у меня есть свое личное мнение." Одна молодая женщина рассказала мне на приеме, что попросила мужа прочесть книгу "Любовь», на что он ответил ей: " У меня есть свой собственный взгляд и мне не нужна книга, которая меня не интересует." Это примеры того, как потребность в новой информации с возрастом часто снижается.

Die Gefäßmetapher ist materialistisch, alle Materie hat einen Anfang und ein Ende. Ist das Bild vom Gefäß wirklich auf den Menschen, seine Seele und seinen Geist übertragbar? Nicht ganz - denn ich stelle mir dieses Gefäß mit unendlichem Fassungsver­mögen vor. Die Aufnahmefähigkeit des Menschen ist unbe­grenzt, ein Thema ist nur dann erschöpft, wenn ich es so will; es bleibt ewig jung und lebendig, wenn ich dafür offen bin. Indische Gurus gebrauchen das Bild von der gefüllten Schale, wenn Suchende zu ihnen kommen, um sich Lebensweisheit vermitteln zu lassen, sie sagen «erst muß dein Gehirn leer werden, damit du frei bist für den neuen Inhalt».

Kann die Schale wirklich einfach ausgegossen werden? Das menschliche Gedächtnis speichert alle Inhalte als elektrochemi­sche Engramme, wie die Gehirnforscher sagen, sie können nur mit chemischen Mitteln oder operativ zerstört werden. Die Ge­hirninhalte können also nicht einfach ausgeschüttet werden; wir können sie jederzeit hervorholen und sie uns von allen Seiten betrachten. Jeder Inhalt hat viele Seiten und steht meinem Sinn­zusammenhang, der veränderlich ist, der je nach Lust und Laune wechselt. Wer in die psychologische Beratungspraxis kommt, weiß nicht mehr, was richtig und falsch ist; er hat in Frage ge­stellt, was andere Menschen von ihm erwarten, was er selbst von sich erwarten kann, wer er ist, worin der Sinn seines Lebens, seiner Partnerschaft und seines Berufes besteht. Die alten Inhalte beginnen in ihrer Bedeutung und ihrer Wertigkeit zu schillern. Was bisher klar und sicher war, wird brüchig und unsicher. Was bisher «richtig» erschien, wird fragwürdig, wenn nicht gar falsch. Die Diskussion ist nicht beendet, sondern sie wird plötz­lich wieder aktuell. Ich weiß nicht mehr, was Liebe ist, es ist mir unklar, ob ich meinen Partner liebe und ob er mich wirklich liebt. Das scheinbar so geschlossene System hat durch eine seeli­sche Erschütterung plötzlich Risse bekommen. Die scheinbar endgültig geklärten Tatsachen beginnen sich zu verändern, ein anderes Licht scheint auf sie, und in diesem Licht erscheinen sie anders, neu, verändert, nicht mehr greifbar, sie schrumpfen zu­sammen oder sie beginnen zu wachsen.

Was bisher eine unwichtige Bagatelle war, wird plötzlich sehr bedeutsam; wonach ich bisher gestrebt habe, verliert an Sinn und Attraktivität. Was ist richtig und falsch? Der Freund wird zum Feind, die Geliebte zur Hure, der Seelsorger zum Betrüger, der Lehrer zum Hanswurst, der Friedensapostel zum Gewalt­täter, der bescheidene Samariter zum geltungssüchtigen Men­schenverächter und so fort. Die Inhalte in meinem Gefäß sind nichts Statisches, sie beginnen plötzlich zu leben. Keiner kann mich dazu auffordern, daß es geschieht. Das Leben selbst führt durch Ereignisse diese Erschütterung herbei. Es gibt zwei Ar­ten, hierauf zu reagieren: Entweder klammert man sich um so fester und beharrlicher an die alten Bedeutungen und wird da­durch starrer, verfestigter, unbeirrbarer und verkalkter im alten Schema, oder man wirft sich offen dem Neuen entgegen.

Die meisten Menschen reagieren erfahrungsgemäß mit der er­sten Reaktionsweise. Sie verschließen sich, kapseln sich ein, hal­ten an den alten Interpretationen und Werten fest und wiegen sich so in dem Gefühl von Sicherheit. Sie sind dann das Zentrum von Sicherheit und Ordnung, und draußen braust das Chaos - sie halten dem Chaos stand, indem sie Jahr um Jahr neue Kalk­schichten bilden, um den Stürmen des Lebens mit einer Schutz­schicht zu trotzen. Sie erscheinen stabil und lebenstüchtig, sie hüten die Wahrheit, ihre Wahrheit, wie einen Schatz, bis zu dem Tag, an dem die große Woge eines schicksalhaften Ereignisses alles überrennt.

Есть два вида реакции: либо вы держитесь крепко и упорно за старые представления становитесь жестче, затвердевая в непоколебимой и кальцинированной старой схеме, или раскрываете свое сознание новому.

Большинство людей реагируют под влиянием своего опыта. Они закрываются, зашоривают себя от нового, крепко держатся за свои представления и ценности, пребывая в состоянии внутренней безопасности.

Так они ощущают себя в центре безопасности и порядка, в то время как вокруг бушует хаос, которому они выставляют защиту из растущих с каждым годом слоев извести, лишь выстоять в жизненных бурях под щитом безопасности. Они кажутся постоянными и активными, охраняют свои жизненные ценности, как сокровище, до того дня, когда большая волна какого-то рокового события сметет все их представления.
 
Wer sich dem Neuen stellt, wer unsicher ist, alles in Frage stellt, dem neuen Licht nachgeht, die Inhalte um- und umdreht, sich die neuen Seiten betrachtet, dem Licht des lebendigen Lebens Zutritt verschafft, für den ist kein Thema zu Ende disku­tiert, er ist wirklich offen, und er läßt das Chaos in sich eindrin­gen, ja, er liefert sich dem Chaos aus; er stemmt sich nicht ver­kalkt dagegen, um daran zu zerbrechen, sondern er macht die Türen und Fenster seiner Seele weit auf, damit der Wind hin­durchwehen kann - er ist transparent. Eine verkalkte, starre Pflanze wird vom Sturm abgebrochen, das filigrane Gras dage­gen wird nur zu Boden gedrückt und richtet sich danach wieder frisch und vital auf.
 
Кто открыт для нового, кто ни в чем до конца не уверен*, готов все ставить под сомнение, движется к новому свету, осмысливает и вновь переосмысливает смыслы, вновь перелистывает уже просмотренные страниц, дает свободу свету живой жизни, для того ни один вопрос не является обсужденным на всю оставшуюся жизнь, он, действительно, открыт и, в том числе, для хаоса, да, он сам идет в хаос, он стоит перед ним закосневшим, на грани крушения под силой давления этой стихии, но открывает двери и окна своей души, так что ветер легко врывается в его пространство – он весь открыт, прозрачен. Затвердевшее, жесткая ветка растения ломается под натиском бури, тогда как мягкая, нежная трава прижимается к земле и затем распрямляется снова живой и свежей.  
 
(* Здесь нужно сделать оговорку, чтобы не ввести в заблуждение. Выражение "Кто открыт для нового, кто ни в чем до конца не уверен..." в нашем понимании ближе к бесхарактерности, отсутствия стержня и собственных убеждений. На Западе это не так. Большинство людей имеют очень хороший, твердый стержень и сложившуюся систему ценностей. Они знают, чего хотят и что для этого нужно делать. Петер Лаустер говорит именно о зрелой, сложившейся личности, но не закосневшей в своих стереотипах. О подвижности ума и гибкости мышления  - о способности к восприятию нового на протяжении всей жизни.) 

Geist und Seele des Menschen sind zwar gebunden an Materie, aber sie gehen über die Materie hinaus, sie sind unerschöpfbar, unausmeßbar, unausfüllbar, sie sind das eigentlich Leben­dige. Materie ist unschöpferisch, sie ist begrenzt, Geist und Seele dagegen, als Einheit betrachtet, sind schöpferisch, kreativ und unbegrenzt. Die Diskussion hört nicht auf, der Prozeß des Wachstums ist nie abgeschlossen, deshalb kann in einem alten Körper ein junger Geist lebendig sein. Der Körper mag sterben und mit ihm der geistige Prozeß, der ja an die Materie gebunden ist, aber das ist kein Beweis dafür, daß der Geist und die Seele altern. Geist und Seele können jung bleiben bis zum Tod. Wenn der Körper stirbt, die Materie sich umwandelt, dann sind Geist und Seele hiervon unberührt, weil sie ein Teil des Ewigen sind. Während die Materie altert, altert die schöpferische Seele nicht zwangsläufig mit.

Die Griechen waren der Ansicht, daß in einem gesunden Kör­per ein gesunder Geist wohnt, aber anders formuliert ist es rich­tiger: Ein gesunder (lebendiger) Geist schafft erst die Vorausset­zungen für einen gesunden Körper. Ein alternder Körper muß nicht krank sein; die Materie verschleißt zwar, aber der leben­dige Geist niemals. Die lebendige Seele ist keinem Sterbevorgang unterworfen, sie kann jung bleiben, hierin liegt das Mysterium des Glaubens an ein ewiges Leben der Seele nach dem Tod des Körpers. Wir mögen uns diesem Glauben anschließen oder auch nicht, das ist unwichtig: Entscheidend ist die Erkenntnis, daß Geist und Seele während eines Menschenlebens nicht altern müssen. Seelisches Altern verursachen wir selbst, es ist keine unabänderliche Tatsache wie der Alterungsprozeß der biologi­schen Verhältnisse.

 

Begabungsblockierungen

Der Mensch kommt als ein leeres Gefäß zur Welt, das nach und nach mit seelisch-geistigen Inhalten aufgefüllt wird. Die Auf­nahmekapazität ist nicht begrenzt. Der Vorgang der Aufnahme und Verarbeitung ist nie abgeschlossen, bis zum Tod des Kör­pers.

Die menschliche Gehirnfunktion ist im Vergleich mit sämt­lichen Lebewesen auf dieser Erde am höchsten entwickelt. Es existieren zwar Tiere mit einer besseren Spezialisierung und hö­herer Leistungsfähigkeit des Nervensystems und der Sinnesorgane, aber hierin liegt auch ein Nachteil, nicht nur ein Vorteil. Der Mensch bringt bei Geburt wenig angeborene Reaktions­schemata mit, er zeichnet sich im Vergleich zu anderen Lebewesen nicht durch Spezialisierungen aus, sondern durch seine Offenheit und Plastizität. Der Mensch ist also nicht festgelegt auf einige wenige Verhaltensmuster, sondern er kann alle mög­lichen Fähigkeiten entfalten und Fertigkeiten entwickeln, je nach dem vorliegenden Lernangebot. Er ist das lernfähigste We­sen auf diesem Planeten.

Der Mensch bringt den Ansatz für viele Gaben mit, die «be­gabt» werden müssen, damit die Begabung sichtbar wird und sich verwirklichen kann. Was sind Begabungen? Die psycholo­gische Forschung unterscheidet z. B. Sprachbegabung, mathe­matische Begabung, technische Begabung, musikalische Bega­bung, gestalterische Begabung usw. Mit psychologischen Tests können Begabungsschwerpunkte in ihrem Ausprägungsgrad ge­messen werden. Es wird allerdings nur ein momentaner Istzu­stand festgestellt, der nur schwer Prognosen für die Zukunft erlaubt.

Der Begabungsforscher H.B. Lehmann hat die Höchstlei­stungen bekannter Persönlichkeiten aus verschiedenen Berufen untersucht, und er kam zu dem Resultat, daß erst zwischen dem 25. und 44. Lebensjahr die volle Leistungsreifung erfolgt, die sich danach noch weiter steigern kann.

Begabung ist kein Schicksal, das in die Wiege gelegt wird, son­dern sie entsteht durch äußere Einflüsse, durch Bedingungen, die einen günstigen Entwicklungsprozeß anstoßen und weiter motivieren. Zunächst muß das Gehirn eine Anregung erhalten, z. B. im sprachlichen, gestalterischen oder musikalischen Be­reich, so daß Interesse an einem bestimmten Gebiet wach wird und das Bedürfnis nach Information und Lernen geweckt wird.

Je früher Anregungen erfolgen, desto besser. Das Lernen fällt zunächst leicht und macht Spaß. Durch Beschäftigung mit dem Lerngebiet wächst die Leistungsfähigkeit mehr und mehr, und damit das Selbstvertrauen. Das Sachgebiet wird vertrauter und der Umgang mit Worten, Zahlen oder technischen Dingen fällt leichter und leichter, schließlich wird eigene schöpferische Pro­duktivität entfaltet, und man wächst in neue, selbstentwickelte Erkenntnisse hinein. Jetzt ist die entwickelte Fähigkeit für jeder­mann sichtbar, und es wird gesagt: «er hat seine Begabung ent­faltet». Das klingt so, als hätte er mit der besonderen Begabung! bereits die Welt betreten, als ein Begnadeter, der die Begabung wie aus einem tiefen Brunnen einfach nur hochzuziehen brauchte.

Ich bin der Auffassung, daß alle Menschen zunächst einmal mit den gleichen Möglichkeiten? alle Begabungen zu entdecken, zur Welt kommen. Auf welches Gebiet jemand stößt, hängt von der Umwelt ab, die ihn fördert oder blockiert!

Jedes Kind malt zunächst gern mit Farben, das ist etwas ganz Normales und Natürliches. Aber nicht in jeder Familie wird die Mallust entsprechend unterstützt und gefördert. Picasso wurde von seinem Vater, der Zeichenprofessor war, gelobt und unter­stützt. Der kleine Picasso erhielt jede Hilfe, die er brauchte, es war z.B. stets genug Papier und Farbe da, er konnte sich auf dem Papier austoben, wann und wie oft er wollte. Kein Wunder also, daß er schon sehr früh Farbgefühl und einen «lockeren Strich» entwickelte.

Der Düsseldorfer Künstler Joseph Beuys sagt: «Jeder Mensch ist ein Künstler.» Er provoziert mit diesem Satz, weil sich die Mehrzahl der Menschen mit dieser Aussage nicht identifizieren kann. Und doch hat Beuys recht, wenn man seine Feststellung etwas genauer betrachtet. Jeder Mensch könnte ein Künstler sein, wenn er sich künstlerisch betätigen würde, denn in jedem steckt die Gabe dafür, wenn er be-gabt wird, wenn die vorhan­dene Gabe angeregt, gefördert und zur Entfaltung motiviert wird.

Ich habe selbst die Erfahrung gemacht, daß jeder Mensch ma­len und zeichnen kann, wenn man ihm Mut macht und sein Interesse weckt. Jeder freut sich, wenn er mit Wasserfarben auf das Papier einen roten Klecks setzt und einen schwarzen Klecks dazu malt, der in den roten Klecks hineinläuft. Es gibt keinen Menschen, der nicht ganz spontan Freude und Interesse ver­spürt, wenn er mit verschiedenen Farben malt, die sich durch das Wasser miteinander verbinden. Was uns davon abhält zu malen, ist der hohe Leistungsanspruch, den wir von Lehrern und Erzie­hungspersonen übernommen haben. Wir sind mutlos, wir glau-

ben, Malen wäre sinnlos, weil wir die Könnerschaft der «Gro­ßen» ja doch nicht erreichen. Wir vergleichen uns mit den «Ge­nies» und verlieren deshalb die Freude am Spiel, an der Entdek-kung unserer eigenen Leistungsmöglichkeiten. Keiner sagt uns: «Du kannst das auch erreichen, wenn du lange genug Spaß an der Malerei hast. Die Möglichkeit ist in dir, wenn sie dich interessiert. Du entwickelst dich, du wirst von Tag zu Tag lockerer, freier und leichter, wenn du dich einfach nur aus Freude damit beschäftigst.»

Statt dessen wird mit Benotung, Bewertung, ja mit Tadel und Strafe die Freude am spielerischen Lernen unterdrückt. Welch ein Glück für ein Kind, wenn es in einer Familie heranwächst, die das Experimentieren mit den vielen Gaben, die wir haben, unter­stützt. Das Kind hat noch die ursprüngliche Lust, alles auszupro­bieren, ohne Angst davor zu versagen; das Kind möchte malen, kneten, schrauben, analysieren, mit Worten spielen, musizieren, rechnen, Rollen spielen usw. Die Aufgabe der Erwachsenen ist es, diese Aktivitäten zu unterstützen, ohne Leistungen zu fordern, die an Wertmaßstäben des Erwachsenen gemessen sind. Das Kind möchte spielen, es will experimentieren, es möchte selbst heraus­finden können, wo seine besondere Befriedigung liegt. Wir soll­ten das Kind gewähren lassen, seine Versuche fördern, ihm hel­fen, sich selbst zu verwirklichen, gerade weil wir selbst uns in der Kindheit danach gesehnt haben, aber vieles nicht entdecken durf­ten, weil die Eltern andere Vorstellungen von Begabung, Erzie­hung, Disziplin und Leistung hatten.

Die Entwicklung einer Begabung wird blockiert, wenn die Möglichkeit des Ausprobierens unterbunden wird. Prinzipiell sind wir für alles begabt, wenn man uns gewähren läßt. Eine Gabe hervorzuholen, dazu ist es wirklich nie zu spät. Wir können noch mit sechzig anfangen zu malen, zu musizieren oder Gedichte zu schreiben. Werfen wir alle Leistungsansprüche über Bord und beginnen wir einfach damit, in jedem Augenblick (das Alter spielt keine Rolle), was uns interessiert, intensiv auszuleben - in diesem Moment kann ein Wachstumsprozeß einsetzen. Es kommt auf das Wachstum an, nicht auf das Siegerpodest. Individuelles Wachstum macht glücklich, das Siegerpodest ist eine Perversion der Leistungsgesellschaft.

 
Убедительно... Правда, я не вполне согласна с тем, что любые способности можно развить. Да, можно, и весьма многие, и подчас совершенно неожиданно для себя, в этом радость открытия новых резервов. Но я очень сомневаюсь, что из меня можно было сделать талантливого художника... :-)
 
Да простит меня читатель за то, что не перевожу весь текст. Одно лишь оправдание - дефицит времени. Возможно, я сделаю это позже. Но сейчас, мне кажется, достаточно и этого, чтобы понять мое состояние радости в тот момент: я нашла подтверждение своим наблюдениям на стыке двух культур, ведь мои помощницы - яркий пример закосневшего мышления, зашоренного взгляда на мир, самодовольного чувства превосходства над всеми и всем (неизвестно, правда, в чем, но им кажется, во всём) . И то же самое относится к русским туристам, которых я встречала там, на швейцарской земле. Поэтому мы так выделяемся в толпе. Мы не умеем впитывать в себя новое. Оно нам, по сути, ни к чему.
 
"Не учите меня жить!!! Лучше дайте денег!"  
 Basta.
 
  "Мы ленивы и нелюбопытны."
 
А.С.Пушкин
 
 
 - классика...
:-) :´-) 
 
 
***
 "Lehrt mich nicht leben!!! Gebt mit lieber Geld!"
Basta.

"Wir sind faul und nicht wißbegierig."
A.S.Puschkin
 
...die ewige  Klassik
:-) :´-)